Thüringer Waldziege

Die Thüringer Wald Ziege ist mittelgroß und kräftig gebaut. Das kurze Haarkleid liegt eng an. Die Tiere sind schokoladenbraun (vereinzelt kommen auch schwarze Tiere vor) und setzen sich durch den fehlenden Aalstrich und die typische weiße Gesichtsmaske deutlich von den anderen rehbraunen Ziegenschlägen ab.

Ohren und Maul sind weiß gesäumt und Unterbeine und der Spiegel unterhalb des Schwanzes erscheinen ebenfalls weiß. Die breite und tiefe Brust weist eine gute Rippenwölbung auf. Stehohren, ein schlanker Hals und ein gerader, langer Rücken sowie ein mäßig abfallendes Becken sind weitere Kennzeichen.

Verbreitung:

Zuchttiere über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Etwa ein Drittel davon im Ursprungsgebiet Thüringen.

Herkunft:

Die Rasse entwickelte sich Anfang diesen Jahrhunderts, als Ziegenzüchter aus Thüringen in ihre damaligen regionalen Landschläge Toggenburger Ziegen einkreuzten. 1935 hatte sich die Rasse soweit konsolidiert, dass sie als eigenständige Ziegenrasse benannt wurde. Seitdem wird sie rein weitergezüchtet. Schon zu Zeiten der DDR wurde die Thüringer Wald Ziege als bedrohte Rasse anerkannt und ihre Zucht finanziell unterstützt.

Eigenschaften und Leistung:

Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei 700 bis 800 kg pro Jahr mit einem Fettanteil von 3,5 % und 3 % Eiweiß.

Das Gewicht der Ziege liegt zwischen 50 und 70 kg, das der Böcke beträgt zwischen 65 und 90 kg. Die Widerristhöhe reicht von 70 bis 85 cm. Thüringer Wald Ziegen eignen sich hervorragend zur milchbetonten Doppelnutzung (Milch und Fleisch).

Angepasst an das raue Klima des Thüringer Waldes zeigt die Thüringer Wald Ziege eine hohe Widerstandsfähigkeit und ist sehr gut zur Landschaftspflege geeignet. 

Weibliche Tiere sind sehr Frühreif mit hoher Fruchtbarkeit, Mehrlingsgeburten treten häufig auf.

Besonderheiten:

Die Thüringer Wald Ziege ist heute die einzige eigenständig gezüchtete Ziegenrasse Deutschlands.